
Am 28. Oktober 2025 im HDO wurde das „Virtuelle Museum der Schwarzmeerdeutschen“ präsentiert und eine Ausstellung eröffnet, die rund fünfzig Fotografien aus diesem Projekt zeigt. Die Werke stammen von drei ukrainischen Fotografen – Herman Krieger, Dmytro Kolosow und Olexandr Malyon - und wurden zwischen 2023 und 2025 in den Städten Odesa, Mykolajiw sowie in ehemaligen deutschen Siedlungen des Schwarzmeergebietes aufgenommen.
Die farbigen Bilder präsentieren Fabriken, Kirchen, Krankenhäuser, Schulen, Theater, Parks, Kolonistenhäuser, landwirtschaftliche Gebäude und Friedhöfe. Aufgrund fehlender Sanierungen befinden sich viele Gebäude heute in schlechtem Zustand, einige nur noch als Ruinen. Seit den 1990er-Jahren laufen Rekonstruktionsmaßnahmen: Einige Gebäude wurden wiederhergestellt und der orthodoxen Kirche übergeben, um als Gotteshäuser genutzt zu werden.
Eine zentrale Voraussetzung für die Wiedergewinnung dieses kulturellen Erbes ist das Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.
Die Ausstellung ist vom 29. Oktober 2025 bis 27. Februar 2026 zu sehen (Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München).

Das „Virtuelle Museum der Schwarzmeerdeutschen“ bewahrt in digitaler Form das kulturelle Erbe der deutschen Minderheit im Schwarzmeerraum, insbesondere in Odesa, Mykolajiw und Cherson. Es dokumentiert gefährdete Orte wie Kirchen, Friedhöfe und Siedlungen durch Fotos, Videos und VR-Aufnahmen. Viele Stätten wurden durch den Krieg beschädigt oder zerstört, etwa das Naturschutzgebiet Askania Nowa.
Das Museum digitalisiert Archivmaterialien und schafft eine mehrsprachige Online-Plattform mit Karten, Exponaten und Zeitzeugenberichten. Es erinnert an die Zerstörung kulturellen Erbes und den Beitrag der Schwarzmeerdeutschen zur Ukraine. Zudem fördert es den interkulturellen Dialog, wissenschaftliche Zusammenarbeit und die Reflexion über Erinnerung und Verantwortung. Ziel ist die Bewahrung, Bildung und Stärkung der Identität sowie Impulse für den kulturellen Austausch und den Tourismus nach dem Krieg.
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Das Projekt wurde im Rahmen des Programms House of Europe mit Unterstützung der Europäischen Union gefördert und wird vom Rat der Deutschen der Ukraine gemeinsam mit ukrainischen und internationalen Partnern umgesetzt.