
Rund 8 Millionen Bücher, darunter etwa 600.000 Schulbücher, wurden bei einem russischen Angriff auf das Logistikzentrum des Verlags „Ranok“ in Charkiw zerstört. Der Verlag arbeitet daran, die vernichteten Auflagen neu zu drucken. Das Ausmaß der Zerstörung ist jedoch so groß, dass dies ohne zusätzliche Unterstützung nur schwer und nicht schnell genug möglich ist. Der Rat der Deutschen der Ukraine ruft staatliche Institutionen, Unternehmen, Stiftungen, internationale Partner und alle, die helfen können, dazu auf, sich an der Unterstützung zu beteiligen.
Am 1. August 2026 griffen russische Drohnen das Logistikzentrum des Verlags „Ranok“ in Charkiw an. Der darauf folgende Großbrand zerstörte rund 8 Millionen Bücher.
Darunter befanden sich mehr als 600.000 Schulbücher für Physik, Chemie, Biologie, Geschichte und weitere Unterrichtsfächer. Sie sollten vor Beginn des neuen Schuljahres an ukrainische Schulen ausgeliefert werden.
Hinter diesen Zahlen stehen nicht nur materielle Verluste. Betroffen sind Hunderttausende Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte, die diese Bücher für den Unterricht benötigen.
Unter den zerstörten Auflagen befanden sich auch 22.654 Deutschlehrbücher für Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse.
Für die deutsche Gemeinschaft in der Ukraine ist dieser Verlust von besonderer Bedeutung. Die Förderung der deutschen Sprache gehört zu den zentralen Bereichen der Bildungs- und Kulturarbeit der deutschen Minderheit. Der Zugang zu modernen Lehrmaterialien hat unmittelbaren Einfluss auf die Möglichkeiten von Kindern und Jugendlichen, Deutsch in der Schule zu lernen.
Der durch den Angriff verursachte Schaden wird vorläufig auf rund 1 Milliarde Hrywnja — etwa 20 Millionen Euro — geschätzt.

Trotz des Ausmaßes der Zerstörung setzt der Verlag „Ranok“ seine Arbeit fort und bemüht sich, die vernichteten Auflagen wiederherzustellen.
Der Nachdruck von Hunderttausenden Schulbüchern und Millionen weiterer Bücher erfordert jedoch erhebliche finanzielle, produktionstechnische und logistische Ressourcen.
Deshalb ist gerade jetzt die Solidarität all jener besonders wichtig, die helfen können.
Bereits die Finanzierung einer einzigen Auflage bedeutet Tausende Schulbücher, die wieder zu ukrainischen Schülerinnen und Schülern gelangen können.
Der Rat der Deutschen der Ukraine ruft staatliche Institutionen in der Ukraine und in Deutschland, internationale Organisationen, gemeinnützige Stiftungen, Vertreter der Wirtschaft und Partnerorganisationen dazu auf, eine Unterstützung des Verlags „Ranok“ zu prüfen.
Insbesondere wenden wir uns an Unternehmen und Organisationen, die die Möglichkeit haben, den Nachdruck von Schulbüchern finanziell zu unterstützen.
Es handelt sich um konkrete Hilfe mit einem konkreten Ergebnis: Ein Beitrag heute kann schon in absehbarer Zeit zu Tausenden neuen Büchern in ukrainischen Schulen werden.
Wir bitten auch unsere Partner in Deutschland und anderen Ländern, diese Informationen an Stiftungen, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und gemeinnützige Organisationen weiterzugeben, die sich an der Unterstützung beteiligen können.
Russische Angriffe zerstören nicht nur Gebäude und Infrastruktur. Sie vernichten Bücher, Lehrmaterialien, Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie Ressourcen, von denen der Bildungsalltag ukrainischer Kinder abhängt.
Doch im Unterschied zu vielen anderen Verlusten können diese Bücher ersetzt werden.
Sie können neu gedruckt werden.
Dafür braucht es finanzielle Mittel, Partner und die Bereitschaft zu helfen.
Der Rat der Deutschen der Ukraine hat bereits die Öffentlichkeit und seine Partner auf die Folgen des Angriffs auf „Ranok“ aufmerksam gemacht. Heute wiederholen wir diesen Aufruf, weil weiterhin erheblicher Unterstützungsbedarf besteht.
Wir bitten alle, die helfen können, sich zu beteiligen.
Die Wiederherstellung der zerstörten Auflagen und die Möglichkeiten, zusätzliche Unterstützung zu mobilisieren, waren auch Thema eines Treffens zwischen dem Vorsitzenden des Rates der Deutschen der Ukraine, Volodymyr Leysle, und dem Generaldirektor des Verlags „Ranok“, Viktor Kruglov.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Folgen des Angriffs, der aktuelle Unterstützungsbedarf des Verlags sowie Möglichkeiten, weitere ukrainische und internationale Partner einzubeziehen.
Der Rat der Deutschen der Ukraine steht in direktem Kontakt mit dem Verlag und ist bereit, die Kommunikation mit Organisationen, Stiftungen und Unternehmen zu unterstützen, die sich an der Hilfe beteiligen möchten — Ansprechpartner ist Volodymyr Leysle (info@deutsche.in.ua).
Die Wiederherstellung der zerstörten Bücher kann auf verschiedene Weise unterstützt werden:
Aktuelle Kontodaten und ausführliche Informationen zu den Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie auf der Website des Verlags „Ranok“.
Bei Fragen zur Koordinierung der Hilfe:
Annet Makarenko
anna.makarenko@ranok.com.ua
Für Fragen zur internationalen Unterstützung:
Viktor Kruglov (Facebook)
Generaldirektor des Verlags „Ranok“
8 Millionen zerstörte Bücher sind ein gewaltiger Verlust. Aber diese Bücher können neu gedruckt werden.
Helfen wir gemeinsam, die Schulbücher wieder in die ukrainischen Schulen zu bringen.