Das Projekt „Virtuelles Museum: Kulturerbe ethnischer Gemeinschaften in den Frontregionen“ ( HERITAGE.FRONT) wird mit Unterstützung des Ukrainischen Kulturfonds im Rahmen des Förderprogramms „Kulturerbe“ realisiert.

Am 23. Oktober 2026 um 17:00 Uhr wird im Museum für Stadtgeschichte Kyjiw die Ausstellung HERITAGE.FRONT eröffnet. Sie widmet sich dem kulturellen Erbe deutscher, mennonitischer, jüdischer und schwedischer Gemeinschaften im Süden und Osten der Ukraine, das heute durch den russischen Angriffskrieg bedroht ist.
Über Jahrhunderte waren diese Gemeinschaften ein fester Bestandteil der Geschichte und Entwicklung der ukrainischen Regionen. Ihre ehemaligen Siedlungen, Kirchen, Schulen, Gemeindegebäude, Industrieanlagen und Friedhöfe bewahren die Erinnerung an das Leben vieler Generationen.
Heute ist ein Teil dieses Kulturerbes bereits zerstört oder schwer beschädigt. Weitere historische Denkmäler sind weiterhin gefährdet. Mit ihrem Verlust drohen zugleich einzigartige materielle Zeugnisse der multikulturellen Geschichte der Ukraine unwiederbringlich zu verschwinden.
Die Ausstellung HERITAGE.FRONT umfasst 25 großformatige Ausstellungstafeln mit Fotografien historischer Denkmäler. Dazu gehören Bildvergleiche, die den Zustand einzelner Objekte vor und während des großflächigen russischen Angriffskrieges dokumentieren. Die Ausstellung macht das Ausmaß der Zerstörungen sichtbar, erzählt die Geschichte konkreter Orte und verdeutlicht die Dringlichkeit, das gefährdete Kulturerbe der Frontregionen systematisch zu dokumentieren und zu bewahren.
Die zusammengetragenen historischen Materialien, Fotografien und Forschungsergebnisse sollen in das öffentlich zugängliche virtuelle Museum HERITAGE.FRONT einfließen. Damit wird das Kulturerbe für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Bildungseinrichtungen, lokale Gemeinschaften, Nachkommen ehemaliger Bewohnerinnen und Bewohner sowie alle Geschichtsinteressierten zugänglich gemacht.
Bei der Ausstellungseröffnung werden außerdem erstmals Pilotexemplare eines Kalenders für das Jahr 2027 vorgestellt, der dem kulturellen Erbe gewidmet ist.
Das Projekt wird von der gemeinnützigen Stiftung „Tovarystvo Rozvytku“ (Gesellschaft für Entwicklung) unter Beteiligung des Rates der Deutschen der Ukraine und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa (IKGN e.V., Nordost-Institut, Deutschland) umgesetzt.
Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage bilden langjährige historische und ethnografische Forschungen, darunter die Arbeiten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Nationalen Oles-Hontschar-Universität Dnipro.
An der Bewahrung und Vermittlung der Materialien beteiligen sich ukrainische und internationale Partner, darunter die NGO Wikimedia Ukraine, sowie Historikerinnen und Historiker, Heimatforscher, Fotografen und ehrenamtlich Engagierte.
Besonderer Dank gilt allen Menschen, die über viele Jahre historische Gebäude fotografiert, Archivmaterialien gesammelt, Zeitzeugenberichte aufgezeichnet und die Geschichte ihrer Städte und Dörfer erforscht haben. Dank ihres Engagements können heute selbst solche Denkmäler dokumentiert werden, die inzwischen nicht mehr existieren.
Eröffnung: 23. Oktober 2026, 17:00 Uhr
Veranstaltungsort: Museum für Stadtgeschichte Kyjiw
Adresse: Bohdana-Chmelnyzkoho-Straße 7, Kyjiw
Ausstellungsdauer: bis zum 1. November 2026
Eintritt: frei.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Ausstellung zu besuchen und sich über die Geschichte sowie die Bewahrung des kulturellen Erbes der Ukraine zu informieren.
Der Inhalt dieses Beitrags stellt nicht die offizielle Position des Ukrainischen Kulturfonds dar.