
Am 22. Mai traf sich der Präsident der Ukraine, Volodymyr Selenskyj, mit Vertretern nationaler Minderheiten und indigenen Völkern der Ukraine.
An dem Treffen nahmen Repräsentanten von 19 ethnischen Gemeinschaften teil – darunter 16 nationale Minderheiten wie die aserbaidschanische, arabische, belarussische, bulgarische, armenische, gagausische, griechische, georgische, jüdische, moldauische, deutsche, polnische, roma, rumänische, ungarische und meschetisch-türkische Gemeinschaft – sowie Vertreter der drei anerkannten indigenen Völker: der Karäer, Krimtschaken und Krimtataren.
Präsident Selenskyj begrüßte die Anwesenden zum Tag der interethnischen Eintracht und kulturellen Vielfalt, den die Ukraine in diesem Jahr zum ersten Mal offiziell begangen hat.
Er betonte die wichtige Rolle der nationalen Minderheiten beim Schutz des Landes sowie bei der Entwicklung von Kultur, Bildung und Wirtschaft. Er dankte allen, die unabhängig von ihrer Herkunft einen Beitrag im gemeinsamen Kampf für die Freiheit der Ukraine leisten. Darüber hinaus unterstrich er, dass die Anerkennung dieser Gruppen nicht nur durch staatliche Auszeichnungen, sondern durch alltägliches Engagement für ihre Sichtbarkeit und Teilhabe geschehen müsse.
Ein Schwerpunkt der Gespräche lag auf der Umsetzung des Maßnahmenplans zum Schutz der Rechte nationaler Minderheiten, der nach dem Treffen im Dezember erarbeitet und inzwischen vom Ministerkabinett verabschiedet wurde. Der Plan umfasst sprachliche, bildungspolitische, infrastrukturelle und rechtliche Maßnahmen.
Ein weiterer Themenschwerpunkt war die Arbeit mit im Ausland lebenden Ukrainerinnen und Ukrainern. Hierzu wurde das Ministerium für nationale Einheit gegründet, das derzeit an der Einrichtung von Community-Hubs in ganz Europa arbeitet. Ziel ist es, ukrainische Gemeinschaften im Ausland zu stärken, ihre Verbindung zur Heimat zu erhalten und eine mögliche Rückkehr zu fördern.
Teilnehmende des Treffens brachten zudem konkrete Anliegen vor. Mustafa Dschemilew, Anführer des krimtatarischen Volkes, forderte, bei Gefangenenaustauschen auch die Bewohner der besetzten Gebiete zu berücksichtigen, die zur Annahme der russischen Staatsbürgerschaft gezwungen wurden.
Olena Arabadschi, Vertreterin der karäischen Gemeinschaft, berichtete bewegend, wie Menschen im besetzten Teil des Gebiets Saporischschja trotz großer Risiken dem Aufruf des Präsidenten folgten und in traditionellen Stickhemden (Vyschyvanka) den Tag der Wyschywanka begingen – als Ausdruck von Zivilcourage und nationaler Identität.
Auch die Problematik von langjährigen ausländischen Einwohnern in der Ukraine, die noch immer keine Staatsbürgerschaft erhalten haben, wurde thematisiert. Der Minister für nationale Einheit, Oleksij Tschernyschow, informierte darüber, dass das Gesetz über Mehrstaatigkeit bereits in erster Lesung angenommen wurde und die Vorbereitung zur zweiten Lesung läuft.
„Ukrainische Identität ist heute längst keine Frage von DNA oder Blutproben mehr. Ukrainerinnen und Ukrainer – das sind freie, freiheitsliebende Menschen, die den europäischen Weg gewählt haben. Menschen, die mit der Waffe in der Hand die Freiheit verteidigen“, betonte Präsident Selenskyj.
An dem Treffen nahmen auch die stellvertretenden Leiter des Präsidialamts Olena Kowalska, Ihor Schowkwa und Viktor Mykyta sowie der Leiter des Staatlichen Dienstes für Ethnopolitik und Religionsfreiheit, Viktor Jelenskyj, teil.
Im Namen des Rates der Deutschen in der Ukraine nahm Ljudmyla Kowalenko-Schneider an dem Treffen teil.

Quelle: DESS, Basierend auf den Informationen der offiziellen Webseite des Präsidenten der Ukraine.