
28. August – Gedenktag an die Deportation der Deutschen aus der Ukraine. Anlässlich dieses Gedenktages fand in diesem Jahr im Roten Rathaus im Herzen Berlins eine würdige Veranstaltung statt. Im Foyer des Rathauses wurde die Wanderausstellung „Deutsche in der Ukraine: Geschichte und Kultur“ (укр. мобільна виставка «Німці в Україні: історія і культура») präsentiert. Über 300 Besucherinnen und Besucher konnten sich auf Deutsch und Ukrainisch über die vielfältigen Beiträge der deutschen Minderheit zur Entwicklung der Ukraine informieren.
Die Ausstellung wurde kürzlich um mehrere aktuelle Themen erweitert – darunter die russische Militäraggression gegen die Ukraine sowie die europäischen Integrationsbemühungen des Landes. Damit verbindet sie historische Perspektiven mit den Herausforderungen der Gegenwart und zeigt, wie eng Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben sind.
Ein besonderer Dank gilt Dr. Alfred Eisfeld für die wissenschaftliche Vorbereitung der Ausstellung sowie dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, den beteiligten Politikerinnen und Politikern und allen engagierten Partnern, die diese Präsentation an einem so bedeutenden Ort und Tag ermöglicht haben.

Historischer Hintergrund
Im Sommer 1941 wurden Hunderttausende Deutsche, die in der heutigen Ukraine lebten, kollektiv der Kollaboration mit dem Feind beschuldigt und gewaltsam nach Sibirien und Zentralasien deportiert. Jeder Dritte von ihnen starb an Hunger, Krankheit oder schwerer Zwangsarbeit – sei es in den Arbeitskolonnen des NKWD oder in den sogenannten Sondersiedlungen.
Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren und Frauen zwischen 17 und 55 Jahren wurden in die sogenannte „Arbeitsarmee“ eingezogen. Nach den Deutschen traf das Schicksal der Deportation auch viele andere Nationalitäten der Sowjetunion.
Das Regime der Sondersiedlungen wurde erst 1955 aufgehoben – jedoch ohne das Recht, in die Herkunftsregionen zurückzukehren. Das formale Rückkehrverbot für Deutsche in die Ukraine wurde erst am 9. Januar 1974 aufgehoben. Bis 1991 lebten in der Ukraine nur noch rund 38.000 Deutsche – weniger als 5 % der ursprünglichen Vorkriegsbevölkerung.

Die digitale Version der Ausstellung finden Sie unter diesem Link.